Typisierungsaktion des DKMS

„Mund auf, Stäbchen rein, Spender sein“

- Das Goethegymnasium geht mit gutem Beispiel voran

 

Donnerstag, fünfte und sechste Unterrichtsstunde am Goethegymnasium Hildesheim. In der Mehrzweckhalle sitzen die Oberstufenschüler des elften und zwölften Jahrgangs und konzentrieren sich auf eine Präsentation.

Doch hier ist kein normaler Unterricht: Mit ernster Miene verfolgen sie den Vortrag des Referenten. Denn in diesem Vortrag geht es nicht darum, möglichst viele Punkte für das bevorstehende Abitur zu sammeln. Bei diesem Vortrag geht es darum, möglichst viele Leben zu retten. Darum, Menschen eine zweite Chance auf Leben zu geben.

Der Referent heißt Jannik Glöckner und ist ehrenamtlicher Mitarbeiter der DKMS. Als Freiwilliger der Deutschen Knochenmarkspende verbreitet er die Mission, die die DKMS seit Ihrer Gründung 1991 aufgenommen hat: für jeden Blutkrebspatienten einen passenden Stammzellspender zu finden und so Blutkrebs zu besiegen.

Wer die Diagnose Blutkrebs (Leukämie) bekommen hat, bei dem vermehren sich entartete und unreife weiße Blutkörperchen unkontrolliert und verdrängen so andere Blutbestandteile. Eine Stammzellenspende ist oft die letzte Möglichkeit, einen Patienten zu heilen. Dazu müssen allerdings die Strukturen an der Oberfläche der Stammzellen zwischen Spender und Empfänger zu 100% übereinstimmen. Diesen „genetischen Zwilling“ finden circa ein Drittel der Betroffenen innerhalb der Familie. Ist dies nicht der Fall, dann muss ein Fremdspender gefunden werden. Aufgrund der vielen unterschiedlichen Strukturen wird für jeden fünften Blutkrebskranken kein Spender gefunden, trotz der inzwischen 8 Millionen weltweit registrierten potenziellen Stammzellenspender. [Quelle: DKMS]

Deswegen ist sind Registrierungen so wichtig, um die Wahrscheinlichkeit eines passenden Spenders für jeden Betroffenen zu erhöhen. Jeder Registrierte könnte der Richtige sein und ein Leben retten.

Denn in Deutschland bekommt alle 15 Minuten jemand die Diagnose Blutkrebs. Und alle 6,5 Stunden wird ein Kind unter 15 Jahren mit Blutkrebs diagnostiziert. [Quelle: DKMS]

Jannik Glöckner erzählt über die Mission, Aufmerksamkeit für Blutkrebs und deren Behandlung zu schaffen. Und eine dieser Behandlungen ist eben die Stammzellenspende. Anna Galuska hat eine Stammzellenspende schon gegeben und ist hier, um den Zuhörern zusätzlich von ihren Erfahrungen zu berichten und um auf Fragen zu Antworten.

Das Goethegymnasium macht den ersten Schritt und fast alle Schüler lassen sich registrieren.  „Die Möglichkeit, jemandem durch eine kleine Registrierung potentiell das Leben retten zu können, ist unglaublich.“ Nacheinander gehen die Schüler an die Registrierungstische, füllen ihre Daten aus und geben nach dem Motto: „Mund auf, Stäbchen rein, Spender sein“ ihre genetischen Daten auf den Wattestäbchen ab, die nun noch im Labor ausgewertet werden müssen. Ein Gefühl des Tatendrangs liegt in der Luft.

Und vielleicht bekommt einer der Schülerinnen und Schüler in einiger Zeit einen Anruf und wird um eine Spende gebeten. Vielleicht wird einer von ihnen ein Lebensretter.

„In Zukunft wollen wir diese Registrierungen alle zwei Jahre durchführen, um möglichst viele Schüler erfassen zu können.“, so der Plan der Schülervertretung. Doch die wichtigste Botschaft von der Schülervertretung, die die Aktion organisiert hat, lautet nach der erfolgreichen Typisierung:

„Wir wollen Blutkrebs besiegen und das geht nur gemeinsam! Diese Nachricht richtet sich also an alle Schulen, Sportvereine und vor allem auch an große Unternehmen: Helft mit und organisiert eine Registrierung! Der Organisationsaufwand ist wirklich gering, da die DKMS alles Nötige zusendet und bei einer großen Registrierung sogar Referenten zur Verfügung stellt. In 20 Minuten haben wir mit einigen Freiwilligen die gesamte Oberstufe registriert! Die Registrierung ist so einfach und kann doch so viel bewirken!“

Alle Informationen zur Organisation einer Typisierungsaktion finden Sie auf der Homepage der DKMS.
Berit Vogelgesang