Geschichte

Was heißt moderner Geschichtsunterricht? 



Bis 1945 war Geschichtsunterricht meist eine nationale Inszenierung: Im Kaiserreich wurden die Hohenzollern glorifiziert, in der Weimarer Republik Hass auf die Siegermächte des 1. Weltkriegs und den Versailler Vertrag gesät (z.B. mit der berühmt-berüchtigten Schulwandkarte "Deutschlands Verstümmelung"), im sog. "3. Reich" diente er den Zwecken der NS-Propaganda. Nach dem 2. Weltkrieg waren die restaurativen 50er Jahre geprägt vom sturen Pauken von Jahreszahlen, wobei die Zeit zwischen 1933 und 1945 weitgehend ausgeklammert wurde. In den 70ern wurde sich dann ganz im Gegenteil fast nur noch mit dieser Zeit beschäftigt: Geschichte war NS-Geschichte, also grundsätzlich verdächtig. Kein Wunder, dass der Geschichtsunterricht meist zum Politikunterricht und zum "kritischen Prozess gegen die Vergangenheit" (Nipperdey) wurde. 
In der Erkenntnis, dass ein Volk ohne Wissen über seine (lange) Geschichte wie ein Mensch ohne (Langzeit-)Gedächtnis ist, möchten wir heutigen Geschichtslehrer v.a. zum unabhängig denkenden, weil historisch gebildeten, mündigen Demokraten erziehen. Dabei wollen wir weder Vergangenes aus jetziger Sicht leichtfertig verurteilen, noch die Grausamkeiten der Vergangenheit nostalgisch entschuldigen. Vielmehr sind wir bestrebt, sowohl das in unserer Mediengesellschaft vielfach zu beobachtende Interesse an der Vergegenwärtigung von Geschichte aufzugreifen, um vor unseren Schülern ein lebendiges Bild vergangener Gegenwarten erstehen zu lassen, als auch ihnen durch das Arbeiten mit den verschiedensten historischen Quellen fundierte Geschichtskenntnisse zu vermitteln, um sie so zukunftsfähig zu machen. Darüber hinaus erfolgt die Teilnahme an Geschichtswettbewerben, z.B. am Wettbewerb des Niedersächsischen Landtags oder am Bundeswettbewerb Geschichte des Bundespräsidenten.